Zum Inhalt springen
Ratgeber Kontakt Karriere

Mitarbeitergewinnung Team pxMEDIA

Azubis gewinnen: Wo erreichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ihre künftigen Auszubildenden wirklich?

Azubis gewinnen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern heute kaum noch mit der klassischen Stellenanzeige. Sie erreichen 15- bis 19-Jährige dort, wo diese ohnehin sind: auf Instagram und TikTok, in Schulen, über Praktika und auf Ausbildungsmessen — und über die Eltern, die oft mitentscheiden. Wer für August 2027 ausbilden will, startet jetzt.

Tischlerwerkstatt in Graphit- und Betontönen mit warmem Seitenlicht: Ein junger Auszubildender filmt von hinten mit dem Smartphone im Hochformat, wie ein zweiter Azubi an der Werkbank ein Brett schleift; an der Wand hängt ein orangefarbener Gehörschutz – Sinnbild für Azubi-Recruiting mit echten Kurzvideos.
KI-generiertes Symbolbild

Warum findet die klassische Stellenanzeige keine Azubis mehr?

Eine Stellenanzeige setzt voraus, dass jemand sucht. Genau das tun die meisten 15- bis 17-Jährigen nicht — jedenfalls nicht so, wie Betriebe es sich vorstellen. Sie wissen oft noch gar nicht, welcher Beruf zu ihnen passt. Die Berufswahl ist ein Orientierungsprozess über Monate: Man probiert ein Praktikum aus, hört, was Freunde machen, sieht zufällig ein Video aus einer Werkstatt, spricht abends mit den Eltern. Wer erst dann auftaucht, wenn die Entscheidung gefallen ist, kommt zu spät.

Gleichzeitig ist der Wettbewerb um die wenigen Schulabgänger groß. Laut Ausbildungsmarktbilanz der Bundesagentur für Arbeit blieben zum Stichtag 30. September 2024 bundesweit rund 69.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Lage nach den Zahlen von BA und Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) seit Jahren besonders angespannt: Rechnerisch kommen mehr Ausbildungsangebote auf weniger Bewerber. Die aktuellen Werte für Ihre Region — etwa die Agenturbezirke Rostock, Schwerin, Stralsund, Greifswald oder Neubrandenburg — veröffentlicht die Bundesagentur in ihrer monatlichen Ausbildungsmarktstatistik. Ein Blick hinein lohnt sich, bevor Sie Ihr Budget planen.

Für einen Handwerksbetrieb in Bad Doberan oder einen Mittelständler in Güstrow heißt das: Nicht die Jugendlichen müssen Sie finden, Sie müssen die Jugendlichen finden. Die Stellenanzeige in der Jobbörse bleibt sinnvoll — als Pflichtprogramm, nicht als Strategie.

Wann sollten Betriebe mit der Azubi-Suche für August 2027 starten?

Jetzt. Die meisten Ausbildungen beginnen am 1. August oder 1. September. Viele Jugendliche orientieren sich im Herbst und Winter des Vorjahres und unterschreiben im Frühjahr. Wer erst im Mai mit der Suche beginnt, bekommt die, die übrig sind — oder niemanden. Ein realistischer Zeitplan für einen Ausbildungsstart im August 2027:

  • Oktober bis Dezember 2026 — Grundlagen legen: Ausbildungsplätze in die Jobbörse der Bundesagentur und die Lehrstellenbörse Ihrer IHK oder Handwerkskammer eintragen, eine eigene Azubi-Seite auf Ihrer Website anlegen, Kontakt zu zwei, drei Schulen in der Umgebung aufnehmen und mit Ihren aktuellen Azubis die ersten Kurzvideos drehen.
  • Januar bis März 2027 — Hauptphase: Ausbildungsmessen und Berufsorientierungstage besuchen, Praktikumsplätze aktiv anbieten (auch in den Winterferien), Social-Media-Anzeigen für Jugendliche und Eltern in Ihrer Region schalten.
  • April bis Juni 2027 — Entscheidungen begleiten: Bewerber schnell zum Probetag einladen, Zusagen zügig machen, beim Girls' Day und Boys' Day im April die Werkstatt öffnen.
  • Juli 2027 — Nachzügler gewinnen: Nach den Zeugnissen entscheiden sich viele noch kurzfristig. Eine kurze Kampagne für „Plätze noch frei“ fängt diese Gruppe auf.

Wichtig: Abiturientinnen und Abiturienten planen oft früher als Schüler der Regionalen Schule. Wenn Sie gezielt Abiturienten suchen — etwa für kaufmännische oder technische Ausbildungen —, sollten Sie im Herbst bereits sichtbar sein.

Welche Kanäle erreichen 15- bis 19-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern wirklich?

Laut JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest gehören WhatsApp, Instagram, TikTok und YouTube seit Jahren zu den meistgenutzten Apps der 12- bis 19-Jährigen. Online ist aber nur die halbe Wahrheit: Was Jugendliche persönlich erleben — im Praktikum, auf der Messe, im Unterricht —, wiegt schwerer als jede Anzeige. Die folgende Übersicht zeigt, was welcher Kanal leistet.

Kanäle für die Azubi-Suche im Vergleich — Einschätzung aus unserer Projektpraxis in Handwerk und Mittelstand, keine Messwerte. Betriebsgröße nach Zahl der Mitarbeitenden.
Kanal Aufwand Reichweite bei 15–19-Jährigen Eignung nach Betriebsgröße
Eigener Instagram-Kanal mit Kurzvideosmittel, laufend (1–2 Clips pro Woche)mittel bis hoch, wächst langsamab ca. 10 MA, wenn jemand dranbleibt
TikTokmittel bis hoch (Tempo, Regelmäßigkeit)hoch, aber streuendab ca. 20 MA oder mit Azubi als Gesicht
Anzeigen auf Instagram und Facebookmittel (Budget, Kreative, Betreuung)regional gut steuerbar, erreicht auch Elternalle Größen, gezielt in der Hauptphase
Schulkooperationmittel zum Start, dann geringlokal begrenzt, aber sehr nah dranalle Größen, besonders im ländlichen Raum
Schüler- und Ferienpraktikahoch pro Person (Betreuung)gering, aber höchste AbschlussquotePflicht für alle Größen
Ausbildungsmessenhoch an wenigen Tagen (Stand, Personal)mittel, viele Kontakte auf einmalab ca. 20 MA oder gemeinsam mit Innung und Verband
Jobbörse der BA, Lehrstellenbörsen von IHK und HWKgeringmittel, vor allem aktiv SuchendePflichtprogramm für alle
Empfehlungen der eigenen Azubisgeringklein, aber hohes Vertrauenalle Größen
Anzeige in der Tageszeitunggering bis mittelbei Jugendlichen gering, eher bei Elternnur ergänzend

Zwei Kanäle verdienen einen genaueren Blick, weil sie oft unterschätzt werden. Praktika sind der stärkste Hebel überhaupt: Wer zwei Wochen in Ihrem Betrieb war, die Kollegen kennt und sich wohlgefühlt hat, bewirbt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit — und Sie wissen vorher, ob es passt. Die Regionalen Schulen in MV sehen Betriebspraktika ohnehin vor; die Schüler suchen dafür Plätze. Machen Sie es ihnen leicht, Sie zu finden. Schulkooperationen wirken leiser, aber dauerhaft: ein Besuch Ihrer Azubis im Unterricht, ein Werkstatttag für eine Klasse, ein fester Ansprechpartner für die Berufsorientierung. Viele Kammern unterstützen dabei mit Ausbildungsberatern, die Betriebe und Schulen zusammenbringen.

Welche Kanäle lohnen sich für welche Betriebsgröße?

Nicht jeder Betrieb muss alles machen. Entscheidend ist, wie viele Plätze Sie besetzen wollen und wie viel Zeit jemand im Team realistisch aufbringen kann.

Kleiner Betrieb mit 5 bis 20 Mitarbeitenden, ein Ausbildungsplatz

Konzentrieren Sie sich auf Nähe: Praktikumsplätze aktiv anbieten, eine Schule in der Umgebung als festen Partner gewinnen, den Platz in den Börsen von BA und Kammer eintragen und eine einfache Azubi-Seite mit echten Fotos auf Ihre Website stellen. Ergänzend wirkt eine kleine, regional begrenzte Anzeige auf Instagram und Facebook in der Hauptphase. Einen eigenen TikTok-Kanal müssen Sie nicht aufbauen.

Mittlerer Betrieb mit 20 bis 50 Mitarbeitenden, zwei bis fünf Plätze

Hier lohnt sich ein eigener Instagram-Kanal mit regelmäßigen Kurzvideos Ihrer Azubis, dazu ein bis zwei Ausbildungsmessen pro Jahr — gern gemeinsam mit Ihrer Innung oder Ihrem Fachverband — und eine bezahlte Kampagne von Januar bis März. TikTok ist eine Option, wenn ein Azubi Lust hat, das Gesicht zu sein.

Größerer Mittelständler mit 50 bis 250 Mitarbeitenden, mehrere Berufe

Sie brauchen ein durchgehendes System: eigene Karriere- und Azubi-Seiten je Beruf, Kurzvideo-Serien auf Instagram und TikTok, feste Schulpartnerschaften, mehrere Messen, Kampagnen für Jugendliche und Eltern sowie einen Bewerbungsweg, der in Tagen statt Wochen antwortet. Wie so ein Paket aussieht, zeigt unsere Lösung zur Mitarbeitergewinnung.

Warum entscheiden die Eltern bei der Ausbildungswahl mit?

Weil sie es tun — oft mehr, als Betriebe glauben. Befragungen zur Berufsorientierung, etwa der Bertelsmann Stiftung, nennen Eltern regelmäßig als wichtigste Ratgeber bei der Berufswahl. Ein 16-Jähriger unterschreibt seinen Ausbildungsvertrag nicht allein: Bei Minderjährigen müssen die Erziehungsberechtigten ohnehin mitzeichnen. Und im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern hängt die Entscheidung oft an ganz praktischen Fragen, die Eltern stellen: Wie kommt mein Kind zum Betrieb, wenn der Bus nur zweimal am Tag fährt? Wird es übernommen? Was verdient es im ersten Lehrjahr?

Eltern erreichen Sie auf anderen Kanälen als ihre Kinder: Facebook und Instagram, die Lokalzeitung, Elternabende und Gespräche am Messestand. Bei bezahlten Anzeigen kommt ein rechtlicher Punkt hinzu: Werbung an Minderjährige darf in der EU nach dem Digital Services Act nicht auf Profiling beruhen. Unter 18-Jährige lassen sich deshalb nur grob nach Alter und Region erreichen — Eltern dagegen gezielt nach Wohnort und Lebensphase. Eine zweite Anzeigenversion mit Elternbotschaft ist daher oft der wirksamere Hebel.

Was Eltern überzeugt, unterscheidet sich von dem, was Jugendliche anspricht: Sicherheit, ein verlässlicher Ausbilder, Übernahmechancen, Weiterbildung bis zum Meister, faire Vergütung und ein machbarer Arbeitsweg. Sagen Sie das klar — auf einer eigenen Rubrik „Für Eltern“ auf Ihrer Azubi-Seite und in Ihren Anzeigen.

Wie müssen Inhalte aussehen, damit Jugendliche sie wirklich ansehen?

Die kurze Antwort: echte Azubis im Kurzvideo statt Imagetext. Jugendliche glauben Gleichaltrigen mehr als jedem Chef und jedem Slogan. „Wir sind ein junges, dynamisches Team“ scrollt jeder weg. Ein 20-Sekunden-Clip, in dem Ihr Azubi im zweiten Lehrjahr zeigt, was er heute auf der Baustelle gemacht hat, bleibt hängen.

  • Formate, die funktionieren: „Ein Tag als Azubi bei …“, „Drei Dinge, die ich im ersten Lehrjahr gelernt habe“, „Was ich vorher über den Beruf dachte — und was stimmt“, die Werkstatt aus der Ich-Perspektive, Fragen aus der Klasse, beantwortet vom Azubi.
  • Technik: hochkant, 15 bis 45 Sekunden, Untertitel (viele schauen ohne Ton), die Aussage in den ersten zwei Sekunden. Ein aktuelles Smartphone reicht für den Alltag; für die Grundausstattung lohnt ein professionell gedrehter Recruitingfilm, aus dem sich viele Kurzclips schneiden lassen.
  • Ehrlichkeit: Zeigen Sie auch den Regentag auf dem Gerüst. Das wirkt glaubwürdiger als Hochglanz und schreckt nur die ab, die ohnehin nicht geblieben wären.
  • Einwilligung: Wer im Video zu sehen ist, muss zustimmen — bei minderjährigen Azubis holen Sie zusätzlich die Einwilligung der Eltern ein. Schriftlich, bevor gedreht wird.

Wie das in Mecklenburg-Vorpommern konkret aussehen kann, zeigt die Azubi-Kampagne für den Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau MV: Die Inhalte entstanden regional mit tatsächlichen Azubis aus den Mitgliedsbetrieben, als erklärende Videos, Story-Formate und Reels. Interessierte konnten sich über eine interaktive Karte direkt für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz in ihrer Nähe vormerken lassen. Für Betriebe aus Handwerk, Bau & Immobilien ist das ein gut übertragbares Muster: echte Gesichter, echte Baustellen, ein kurzer Weg zum Praktikum.

Was passiert, wenn ein Jugendlicher Interesse zeigt?

Hier verlieren viele Betriebe die Bewerber, die sie mühsam gewonnen haben. Jugendliche sind schnelle Antworten aus dem Messenger gewohnt — eine Rückmeldung nach drei Wochen wirkt wie eine Absage. Drei Grundregeln reichen für den Anfang: eine Kurzbewerbung ohne Anschreiben, die vom Handy in zwei Minuten erledigt ist; eine Antwort innerhalb von 48 Stunden; ein Praktikum oder Probetag als erster Schritt statt eines förmlichen Vorstellungsgesprächs. Den Bewerbungsprozess ohne Hürden behandeln wir ausführlich in einem eigenen Beitrag. Bis dahin helfen die Beiträge Karriereseite, die Bewerber überzeugt und Warum Bewerber abspringen.

Was das für Ihren Betrieb heißt

Azubis gewinnen ist in Mecklenburg-Vorpommern keine Frage der richtigen Anzeige, sondern der richtigen Orte und des richtigen Zeitpunkts. Starten Sie jetzt für August 2027, wählen Sie zwei bis vier Kanäle, die zu Ihrer Betriebsgröße passen, sprechen Sie Jugendliche und Eltern getrennt an und lassen Sie Ihre eigenen Azubis erzählen. Praktikumsplätze und ein schneller, einfacher Bewerbungsweg machen aus Interesse einen Vertrag. Wenn Sie dafür Reichweite brauchen, planen und betreuen wir Recruiting-Kampagnen auf Instagram, Facebook und weiteren Kanälen — von den ersten Kurzvideos bis zur Auswertung. Erzählen Sie uns im Erstgespräch, wie viele Plätze Sie besetzen wollen; wir sagen Ihnen ehrlich, welche Kanäle sich für Sie lohnen und welche nicht.

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich Azubis für August 2027 suchen?

Am besten ab Oktober 2026. Viele Jugendliche orientieren sich im Herbst und Winter und entscheiden sich im Frühjahr. Die Hauptphase für Messen, Praktika und Kampagnen liegt zwischen Januar und März. Im Juli lohnt eine kurze Nachzügler-Kampagne für alle, die sich erst nach den Zeugnissen entscheiden.

Lohnt sich TikTok für die Azubi-Suche?

Für viele Betriebe ja, aber nicht für alle. TikTok erreicht Jugendliche in großer Zahl, verlangt jedoch Regelmäßigkeit und ein Gesicht — idealerweise einen eigenen Azubi, der gern vor der Kamera steht. Wer nur einen Platz besetzt und wenig Zeit hat, ist mit Instagram, Praktika und Schulkontakten meist besser beraten.

Was kostet eine Azubi-Kampagne grob?

Das hängt von Region, Zahl der Plätze und vorhandenem Material ab. Als grobe Orientierung starten viele Mittelständler mit einem Werbebudget von rund 500 bis 2.000 Euro im Monat je Kanal — eine Marktbeobachtung, keine Zusage. Hinzu kommen die Produktion der Kurzvideos und die Betreuung der Kampagne. Einen Festpreis nennen wir erst, wenn wir Ihren Bedarf kennen.

Wie wichtig sind die Eltern bei der Azubi-Gewinnung?

Sehr wichtig. Eltern gelten in Befragungen zur Berufsorientierung regelmäßig als wichtigste Ratgeber, und bei Minderjährigen unterschreiben sie den Ausbildungsvertrag mit. Sprechen Sie Eltern gezielt an — mit Informationen zu Sicherheit, Übernahme, Vergütung, Weiterbildung und Arbeitsweg — über Facebook, Instagram, Elternabende und Ihren Messestand.

Sprechen wir über Ihr Ziel.

Erzählen Sie uns, wo Sie hinwollen — wir sagen Ihnen ehrlich, was es braucht und was nicht. Unverbindlich, ohne Verkaufsdruck.

Ihr direkter Draht

Antwort werktags innerhalb von 24 Stunden.

Worum geht es?