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Werbekampagne TikTok Funny-frisch Chips Werbung

Wie funny-frisch mit TikTok durchstartete

Wie funny-frisch mit TikTok durchstartete 

Best Practice – Werbekampagne #funnyfrischmoment zeigt wie’s geht 

 

TikToks Potenzial für Marken, ihre Bekanntschaft zu steigern, haben wir im letzten Artikel (https://pxmedia.de/die-werbewirkung-von-tiktok/) bereits beleuchtet.
Schaut dort gerne vorher nochmal rein, bevor ihr mit diesem Artikel fortfahrt- er bietet eine gute Grundlage!
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„Was ist dein #funnyfrischmoment? Zeig ihn uns in einem Video!“, so der Aufruf.
Deutschlands beliebteste Chips-Marke macht’s vor: Ihre Werbekampagne #funnyfrischmoment wird 2020 deutschlandweit auf TikTok zur erfolgreichsten Videokampagne. 
Kleiner Spoiler: Der Erfolg der Kampagne gebührt ihr vor allem, weil sie eines verstanden hat – die junge User- Base der Gen Z, welche die Alterspanne von 12-25 abdeckt.  

Nicht zuletzt aufgrund der Hilfe von PlayTheHype, einer durchaus jungen Agentur, die sie sich dafür an die Seite geholt haben. Mehr als Zweidrittel auf TikTok gehören der Gen Z an.
Mit dem Durchschnittsalter von 18 Jahren fällt das PlayTheHyp
e – Team in die Zielgruppe und weiß genau, wie die kritische, werbesensible Generation Z zu knacken ist.
Sie haben Marktforschung, Beratung und Marketing-Kampagnen auf Gen Z-Plattformen zu ihrer Aufgabe gemacht – im Auftrag von funny-frisch riefen sie also die Kampagne ins Leben.  

Umfragen, die von der Agentur bei der jungen Zielgruppe durchgeführt wurden, sollten zeigen, was für sie so einen typischen #funnyfrischmoment ausmacht.
Dabei kam heraus, dass damit vor allem jene mit Familie und Freunden assoziiert werden:
gemeinsame Ausflüge, Partynächte, Fernsehabende oder einfach gemeinschaftliches Beisammensitzen – die Chips-Tüte ist dabei. 

Die Erfolgsmethode 

Das Ganze wurde als Branded-Hashtag-Challenge gestaltet – ein Format, welches es so nur auf TikTok gibt. Videos werden unter einem (vom Werbekunden) gesponserten Hashtag hochgeladen.
User werden Multiplikatoren
 der Marke, indem sie bei der Challenge mitmachen und ihren besten Moment mit der Chips-Tüte teilen.
Branded-Hashtag-Challenges bieten die perfekte Chance zur Co-Creation 

Die Nutzer werden zum Mitmachen animiert, entwickeln eigene Videoideen bzw. die von anderen weiter und werden somit zu Markenbotschaftern.
Gleichzeitig kommen sie bei der TikTok Community gut an, da Challenges auf der Plattform ein sehr zentrales Thema sind. Das beliebte Challenge-Prinzip wird so zusagen als Werbemittel eingesetzt.  

Die Seite wird dann als Werbung gekennzeichnet und schließlich auf der sogenannten ForYouPage für einen bestimmten Zeitraum in Form eines Banners beworben.
Sie werden auf einer eigenen, speziellen Challenge-Seite angezeigt und das Hashtag wird in die Hashtag-List aufgenommen, in welcher man alle auf TikTok vertretenen Hashtags einsehen kann.

Bei einem guten Video darf auch der Sound nicht fehlen – hierfür wurde für die Kampagne ein eigener Soundtrack (von Sound- Agentur de Falcon aus Berlin) produziert.
Zugegebenermaßen mit Ohrwurm-Potenzial
Will man nun ein Video unter dem Hashtag teilen, verwendet man diesen Sound.
Für die persönliche Note kann man auch ein eigenes Voice-Over hinzufügen.
Hier mal eine kleine Kostprobe: https://vm.tiktok.com/ZM8BxVXPk/

 

funny-frisch Kampagne TikTok Werbung

Ziele und Erfolge 

Ziel der Kampagne war, auf simple Art und Weise die Markensichtbarkeit bei der Generation Z zu steigern.
Mit sichtbarem Erfolg: Die Challenge wurde mehr als 950 Millionen Mal aufgerufen. funny-frisch gewann so 150k+ Follower dazu, während die Brand Awareness (Markenbekanntheit) um +36,9% stieg.
Die Marke ist mit 240,6 k auf TikTok ziemlich arriviert und wesentlich erfolgreicher als auf anderen Social-Media-Kanälen wie Instagram und Co.
Aber nicht nur die Bekanntschaft wurde so gesteigert, sondern auch die Bindung zum Kunden gestärkt.   

Dies konnte beispielsweise erzielt werden, indem auch noch bekannte deutsche Influencer wie Marek Fritz (1,3M TikTok-Follower), welche TikTok zu ihrem Terrain gemacht haben, ins Boot geholt werden.
Sein TikTok zur Challenge ist mit rund 129,8k Likes eines der beliebtesten. 

Die Videoidee:
Marek kauft jede einzelne Chips Packung von funny-frisch aus dem Supermarkt.
Die Intention dahinter: Seine bisher noch nicht für sich entdeckte Lieblingssorte ausfindig zu machen.
Um den Charakter des #funnyfrischmoments – a.k.a. moment of joy (Moment der Freude) – zu entsprechen, holt er sich für seine Testrunde Freunde dazu. 
Und in den Kommentaren geht die Debatte um die Lieblingssorte weiter.
(PS: Dies verleitet einen doch dazu, gleich mal eine Tüte von seiner eigenen kaufen zu gehen.)  

Auch Influencer Alex Freerun (1,7 M TikTok-Follower) macht mit:
Ein lustiger Trip mit Freunden, Sonnenschein, positive Vibes und ein abschließendes Picknick mit funny-frisch „ungarisch“. Er verbildlicht also das, was der Großteil unter einem #funnyfrischmoment versteht –
ein Positivbeispiel, denn er vermittelt so das gewünschte Markenbild und forciert die Assoziationen Freundschaft, Spaß und Kreativität. 

Allgemein werden gerne Influencer für den Einstieg herangezogen, die vorerst für genügend Reichweite sorgen sollen, bis die Kampagne bestenfalls viral geht.
Insgesamt waren es 15 German Creators, die für die Kampagne ihre Ideen sprießen ließen – darunter auch die genannten Creator Marek Fritz und Alex Freerun.
An sich eine gute Methode, denn diese sind zumeist Vorbilder der Community; Ideale, die man selbst verkörpern möchte (und somit die Kundenbindung zur Marke stärken).

Kritisch wird es dann, wenn den Videos Nahbarkeit und Realistik fehlen.
Diese sind sehr wichtig, um sich von etwas angesprochen zu fühlen. Insbesondere auf dieser Plattform. 
Mareks Video beispielsweise befürwortet (persönlich gesehen) zu stark das übermäßige Konsumverhalten, welches ohnehin schon ein gesellschaftliches Problem ist. 

Fühlt man sich nicht angesprochen, ist es auch schwierig, sich für eine Challenge zu begeistern und mit einzusteigen. 

 

Fazit: Verdienter Erfolg -Ja oder Nein? 

Die Kampagne stellt eine Beziehung sowie Bindung zwischen Kunden und Marke her.
Das ist besonders auf TikTok gern gesehen, da dort das Persönliche eine große Rolle spielt.
Die Werbung wirkt nicht unbedingt wie Werbung, was bei der werbesensiblen Generation Z auf deutlich mehr Zuspruch stößt. In den Kommentaren heißt es sogar, dass die Werbung gut verpackt sei.

Auch bei Deutschlands TikTok-Chef Thomas Wlazik zeigt sich Begeisterung: Für ihn war die Kampagne 2020 der Spitzenreiter. 

Doch natürlich gibt es nicht nur positive Reaktionen. Schließlich bleibt es eine Werbe-Kampagne und je unauffälliger und transparenter man sie verpacken will, umso strenger wird die Community, die sie durchschaut.
Persönlich gesehen, hatte ich nicht das Bedürfnis, selbst an der Challenge teilzunehmen. Für welche Challenge man Interesse zeigt, ist jedoch sowieso sehr individuell.
Trotz dessen sollte der Inhalt eines TikToks realistisch und nahbar sein, insbesondere bei Influencern –
aber dies nur nebenbei, denn das gilt nicht nur spezifisch für diese Challenge, sondern für alle. 

Alles in Allem bewegt die Kampagne die Community dazu, ihre Erlebnisse mit der Chips-Marke zu reflektieren.
Mit einem #funnyfrischmoment, der meist mit Familien & Freunden geteilt wird – was z.B. auch der Videodreh an sich sein kann – verbindet man wohl zumeist positive Erlebnisse und Gefühle.
Die Marke wird so in eine emotionale Ebene heraufgehoben. Und eine emotionale Bindung zwischen Brand und Kunde ist bekanntlich Ziel & Zweck von Werbung. 

Die Branded-Hashtag-Challenge (gefolgt von TikTok-Umfragen zur nächsten Sorte, die auf den Markt kommen soll) lässt die User aktiv werden und bindet sie mit ein.
Die Community fühlt sich angesprochen und abgeholt.
Der daraus entstehende User Created Content (von Nutzern erschaffene Inhalte) ist genau das, was TikTok verspricht und so beliebt macht. 

Funny-frisch hat’s verstanden– ein Erfolg, der somit berechtigt ist, aber insbesondere auch dem Challenge- Format und PlayTheHype zugesprochen werden sollte. 

 

 

 

 

 

Verwendete Quellen: 

https://www.playthehype.com/post/wieso-marken-in-2021-nicht-mehr-die-relevanz-gen-z-tiktok-ignorieren-konnen 

https://www.playthehype.com/ 

https://www.wiwo.de/erfolg/trends/die-zahlenfrau-tiktok-mehr-als-nur-ein-lifestyle-channel/26226458.html